Der Gesundheit zuliebe – Innovative Baustoffe kaufen, denn: Beim Kauf von Baustoffen wird eine Entscheidung getroffen, die für die späteren Bewohner meist lebenslange Auswirkungen mit sich bringt.
In der Regel wird die Kaufentscheidung maßgeblich vom Preis beeinflusst, was auch für Baustoffe gilt. Doch gerade hier können erhebliche Folgekosten entstehen, die der Bauherr oder Bauträger bei der Anschaffung nicht erahnen konnte. Ein Extrembeispiel aus der Baugeschichte sind Eternitplatten und andere Baustoffe, in denen seinerzeit Asbest verarbeitet wurde. Einst gelobt und maßgeblich für einen Bauboom mitverantwortlich, wurde Asbest wegen der hohen Entsorgungskosten zum teuersten Baustoff überhaupt.
Aber auch gesundheitlich eigentlich unbedenkliche Baumaterialien können zum Risiko für die Bewohner werden. Beispielsweise dann, wenn für eine besonders effektiv isolierende Bauweise das falsche Baumaterial verwendet wird oder eine durchdacht geplante Raumbelüftung fehlt.
Energiesparen und Gesundheitsschutz stehen nicht im Widerspruch
Der gesundheitliche Schutz der Bewohner und ein Optimum beim Einsparen von Energie müssen Hand in Hand gehen. Werden Räume – oder wird gar ein gesamtes Gebäude abgedichtet, ist die Bildung von Schwitzwasser eine logische Folge. Wer energiesparend und zugleich gesundheitsorientiert bauen will, der kommt um moderne Öko-Baustoffe nicht herum. Überraschend dabei ist, dass die meisten dieser Materialien beim genaueren Hinsehen gar nicht so neuartig sind.
Baustoffe für den Kellerbau
Wasserdichte Außenisolierung Insbesondere wenn das Gebäude in einem recht feuchten Untergrund errichtet werden soll oder wenn vor Ort mit häufigen Niederschlägen zu rechnen ist, sollte für das Kellergeschoss Beton genutzt werden. Um Betonwände mit Erdberührung absolut wasserdicht auszuführen, ist eine sogenannte Braune Wanne ein probates Mittel. Dabei wird in zwei Lagen Geo-Textil Natrium-Bentonit eingenäht. Die Bahnen werden überlappend auf die Verschalung genagelt. Erst danach wird die Bewehrung eingebracht. Bentonit ist ein natürliches Mineral mit einzigartigen Quelleigenschaften. Das Geo-Textil verbindet sich untrennbar mit dem Beton. Das Bentonit quillt zu einem Gel auf, welches bis zu einem Druck von zwei bar 100 % wasserdicht ist.
Drainage und Kellerentwässerung
Auch mit der Braunen Wanne als Isolierung kann es in bestimmten Gebieten ratsam sein, eine leistungsfähige Drainage zu verlegen. Dies ist unbedingt angeraten:
- in Überschwemmungsgebieten
- in Ufernähe von Bächen sowie Flüssen
- bei ungewöhnlich hohem Grundwasserspiegel
- in Gebäuden über einer wasserundurchlässigen Tonschicht
- wenn die Region um den Bauplatz für ergiebige Niederschläge bekannt
- ist.
In diesen Fällen kann es überdies unumgänglich werden, eine aktive Entwässerung mittels Sickerschacht und Pumpe beim Hausbau einzuplanen. Genau hier liegt die Chance, einen weiteren Schritt in Richtung Öko-Haus und Bio-Haus zu gehen.
Muss eine Drainage oder eine aktive Entwässerung angelegt werden, besteht die Möglichkeit, gleich eine Regenwassergewinnungsanlage zu installieren, denn die Mehrkosten sind gering. So kann Brauchwasser für die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung bereitgestellt werden. Wird das aufgefangene Wasser gefiltert, können die Waschmaschine sowie der Geschirrspüler damit betrieben werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die niedrige Wasserhärte nur geringe Mengen an Reinigungsmitteln benötigt werden.
Biologisch unbedenkliche Baustoffe mit hoher Dämmwirkung
Um die Faktoren Luft, Feuchtigkeit und Energieeffizienz perfekt auszubalancieren, stehen innovative Baustoffe zur Auswahl. Überdies können Tricks angewendet werden, die sich bereits im Mittelalter bewährt haben.
Dazu gehört Schafwolle, denn die kann für viel mehr als die Herstellung von Produkten wie einem kuscheligen Pullover oder einem Paar Socken verwendet werden. Kürzlich wurde dieses von Natur aus feuerbeständige Material für den Einsatz als Isoliermaterial in Häusern umfunktioniert und bietet dort den gleichen Schutz vor Wärmeverlust, den ein warmer Pullover seinem Träger bieten würde. Wenn Wollfasern komprimiert werden, bilden sie kleine Lufteinschlüsse, die die Wärmebewegung durch das Material stören. Luft hat von Natur aus einen hohen Wärmewiderstandswert, sodass stark poröse Materialien insgesamt auch eine geringere Leitfähigkeit aufweisen. Schafwolle kann zuudem Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass die Wärmedämmfähigkeit beeinträchtigt wird. Obendrein ist es ein in der Tat nachwachsendes Material, denn Schafe werden je nach Rasse ein- oder zweimal jährlich geschoren.
Icynene ist ein relativer Neuling auf dem Öko-Dämmungsmarkt. Es ist ein Sprühschaum aus Rizinusöl, der sich schnell auf über das Hundertfache seines natürlichen Volumens ausdehnt, wenn er in einen Wand- oder Dachhohlraum gelangt. Dieses Material hat sich als äußerst wirksam beim Abdichten von Luftlecks und Zugluft sowie beim Dämpfen des Geräuschpegels zwischen den Wänden eines Bauwerks erwiesen. Wenn sich Icynene ausdehnt, fängt es überall winzige Luftbläschen ein, die als Hauptwiderstände gegen Wärmeverlust dienen. Wie bereits erwähnt, weist Luft von Natur aus eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf, und deren Einbindung in ein Material kann dazu beitragen, den Wärmewiderstand des gesamten Mediums zu erhöhen. Ein Nachteil von Icynene ist ironischerweise seine starke Siegelkraft. Dieser Sprühschaum dichtet die Gebäudehülle so dicht ab, dass zusätzlich eine Lüftungsanlage installiert werden muss.
Aerogel wurde in den 1930er Jahren entdeckt und erlangte in der Isolierindustrie schnell Berühmtheit. Aerogel hat den höchsten R-Wert auf dem Markt. Dieses Material bietet Wärmeschutz von höchster Qualität. Bei diesem Prozess bleibt ein Material zurück, dessen Volumen zu 90 % aus Luft besteht. Diese einzigartige Molekülstruktur lässt nicht viel Raum für Bewegung, sodass eine Gasphasenleitung oder Konvektion nahezu unmöglich ist.
Baumwolle und Denim sind zwei Isolationsmaterialien, die oft im Schatten der hochtechnischen, wissenschaftlichen Materialien stehen, die den Markt dominieren. Baumwoll- und Denim-Isolierungen werden fast immer aus recycelten Materialien hergestellt. Wiederverwendete Stoffe und Jeans machen die Zelluloseisolierung zu einem der umweltfreundlichsten Materialien auf dem Markt. Im Gegensatz zu Glasfasern enthält Baumwollisolierung kein Formaldehyd. Um die Feuerbeständigkeit von Baumwolle zu erhalten, wird sie mit einer ungiftigen Chemikalie namens Borsäure behandelt. Baumwolle weist von Natur aus eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und das Eindringen von Insekten auf, beides bekannte Nachteile vieler anderer Öko-Dämmstoffe.
Kork ist ein einzigartiges Material, das sich von anderen umweltfreundlichen Isolierungen dadurch unterscheidet, dass es auch einen negativen CO²-Fußabdruck hat. Korkisolierung wird aus der Außenrinde von Korkeichen hergestellt und ist 100 % natürlich, umweltfreundlich und recycelbar. Dies bedeutet, dass sie überschüssiges Kohlendioxid aus ihrer Umgebung absorbieren können, selbst wenn sie innerhalb der Wände eines Hauses installiert werden. Die Kohlenstoffbindungsfähigkeit von Kork in Kombination mit seiner Beständigkeit gegen Schimmel und das Eindringen von Feuchtigkeit machen ihn zum wohl umweltfreundlichsten Dämmmaterial überhaupt.
Clevere Fenster und Türen
Die Vorschriften des Gesetzgebers für Fenster, Türen und Verglasungen sind klar und inzwischen deutlich verschärft worden. Aber es geht noch besser. Bei der Hausplanung sollten integrierte Rollladenkästen in die Überlegungen einbezogen werden. Diese sind ein zusätzlicher Einbruchsschutz, der bei rund 90.000 Wohnungseinbrüchen im Jahr 2019 ganz sicher seine Rechtfertigung hat. Die diesbezügliche Aufklärungsoffensive von Polizei, Versicherungen und Innenministerium hat messbar Früchte getragen. So sind Wohnungseinbrüche rückläufig, denn 2021 wurden nur noch 54.236 gezählt, 2022 waren es 65.908.
Überdies wirkt die Luftschicht zwischen Rollade und Fenster zusätzlich isolierend, ohne dass die Gefahr einer Schimmelpilzbildung besteht, denn so dicht sind diese Rollläden nicht. Rollläden sind übrigens die Nachfolger der Fensterläden, die bereits im frühen Mittelalter an Stadt- und Bauernhäusern üblich waren.
Wer eine innovative Eingangstür sucht, der sollte in den hohen Norden schauen. Klöntüren, Klönschnacktüren oder auch Friesentüren gibt es im Friesischen seit Jahrhunderten, insbesondere in den Regionen Angeln, Schwansen, Nordfriesland und auf Sylt. Diese Türen bestehen aus zwei Hälften, die sich gemeinsam oder separat öffnen lassen. An einer echten Klöntür findet sich außen und innen jeweils ein Sitz, der für die Plauderei mit dem Nachbarn heruntergeklappt werden kann. Viel wichtiger ist aber, dass der obere Teil der Tür zur Durchlüftung geöffnet werden kann, während der untere Türteil geschlossen ist. So zieht die feuchtwarme Luft aus den Räumen ab, ohne dass der Wohnbereich auskühlt.
Energieeffiziente Gewerke mit gesundheitlichem Nutzen erstellen
Gerade bei der Ausführung von Fußböden, Wänden und Decken stehen facettenreiche Möglichkeiten zur Auswahl, energieeffizient und ohne gesundheitlich negative Folgen zu bauen.

Ein Problem einer verbesserten Isolierung ist die erhöhte Luftdichtheit des Gebäudes. Dies kann zu schlechter Belüftung, erhöhter Raumfeuchtigkeit, hohem CO²-Gehalt und Feuchtigkeit in den Bauwerken führen. Aus diesem Grund sollten gut isolierte Gebäude auch über eine mechanische Belüftung verfügen. Glücklicherweise ist die Wärmerückgewinnung aus der Zuluft eine wichtige Quelle der Energieeinsparung: Abluftwärmepumpe + Zuluftheizkörper oder alternativ mechanische Ab- und Zuluftanlage mit Wärmerückgewinnung.
Isolierung hat schon immer eine wichtige Rolle dabei gespielt, Häuser warm zu halten. Der positive Effekt der verschärften Gesetzgebung liegt in den Energieeinsparungen und geringeren Kosten, aber auch in einem angenehmeren Raumklima. Wichtig ist, dass die Heizungsanlage schnell auf vorübergehende Wärmezuwächse reagieren kann. Je kleiner die Wärmekapazität, also die thermische Masse des Wärmestrahlers, desto größer ist die Möglichkeit, die Raumtemperatur präzise zu regulieren.
Beton
In Anlehnung an die Bauweise von Fachwerkhäusern werden beim Beton vermehrt natürliche Stoffe beigemischt. Hanfbeton und Strohbeton sind zwei Schlagwörter, die beim Thema isolierender Beton immer wieder aufkommen. So sorgt beispielsweise eine betonierte Grundplatte mit Stroh dafür, dass die darauf verlegte Fußbodenheizung eine höhere Heizleistung erzielen kann.
Wird Hanfbeton für Wände genutzt, kann mit einer hinterlüfteten Fassade verhindert werden, dass sich Schimmelpilz oder Schwamm ausbilden können. Bedingt lässt sich dies auch durch Putze vermeiden. Wird Lehmputz oder Tonputz verwendet, speichert das Material überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft. Wird die Raumluft trockener, wird die Feuchtigkeit wieder abgegeben. So reguliert das Gewerk das Raumklima und hilft effektiv dabei, Atemwegs- und Erkältungskrankheiten zu verhindern, insbesondere während der Heizperiode.
Übrigens: Es werden inzwischen Lehmfarben hergestellt, die nun auch durch kräftige, aparte Töne bestechen. Überdies haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass Lehm mehr kann, als nur die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Lehm ist der einzige bislang bekannte Baustoff, der in großen Mengen Schadstoffe aufnehmen und diese auf Dauer speichern kann, beispielsweise Nikotin oder chemische Ausdünstungen von Klebern oder aus Möbeln.
Diese Eigenschaften und die leichte, energiearme Herstellung machen Lehmziegel zum idealen Baustoff für Einfamilienhäuser. In diesen kann obendrein ein zentraler Lehmofen für behagliche Wärme ohne zu trockene Luft sorgen. Ergänzend dazu kann eine klein ausgelegte Heizungsanlage für die Bäder installiert werden. Diese kann aufgrund der geringen Leistungsaufnahme sogar komplett über eine Solaranlage als Alternative zum Erdgas betrieben werden.
Zudem gibt es inzwischen praktikable Alternativen zum Beton. Deton ist ein neuartiger Baustoff, die eine vergleichbar hohe Trag- und Zugfestigkeit wie Beton besitzt, aber ganz ohne Stahlbewehrung auskommt. Das Material wird CO²-neutral hergestellt, ist deutlich leichter als Beton und besitzt sehr gute Isolationseigenschaften. Grund dafür ist, dass Deton zu einem großen Teil aus Schaumglas besteht, das aus recyceltem Glas gewonnen wird.
Zukunftsweisende Fußböden
Naturstein als Fußbodenbelag ist optisch überaus attraktiv, allerdings schwieriger zu reinigen und in Haushalten mit Kindern weniger geeignet. Als Alternative zu Fliesen bietet sich Steinzeug an. Dieses wird im Gegensatz zu Steingut aus Feinkeramik hergestellt, gepresst, bei maximal 1.300 Grad Celsius gebrannt und ist dann zu etwa 98 % wasserdicht. Überdies ist Steinzeug ideal für eine Fußbodenheizung. Fliesen oder Riemchen aus Steinzeug sind generell überaus strapazierfähig, abriebfest und stark rutschhemmend verfügbar. Überdies werden diese Scherben auch bedruckt und auf Wunsch zusätzlich verglast geliefert, sodass nahezu alle innenarchitektonischen Vorstellungen umsetzbar sind. So ist Steinzeug beispielsweise in der täuschend ähnlichen Optik von Holz erhältlich, was einen steinernen Parkettboden ermöglicht.
Biologisch-ökologische Dächer
Auch bei der Dachisolierung geht der Trend zurück zu mittelalterlichen Bautechniken. Mit hervorragenden Isolationswerten bestechen nachfolgende Dämmstoffe, die zudem als gesundheitlich unbedenklich gelten:

- Holzfaserplatten
- Isolationsbahnen aus Schafwolle
- Dämmstoffe aus Holzfasern
- Ausflockungen der Zellulose
- Flachs
- Kokos
- Hanf
- Kork
Eine Alternative zu diesen Dämmstoffen und zugleich zu den sonst üblichen Dachziegeln sind Reet- oder Strohdächer. Diese historischen Dacharten besitzen erstklassige Isolationswerte, sind trotzdem atmungsaktiv und von Natur aus hochgradig resistent gegen Schimmelpilze. Zudem lassen sich beispielsweise Reetdächer als Walmdach oder Tonnendach ausführen. Diese Dachformen führen durch die Volumenzunahme beim umbauten Raum zu einem angenehmeren Wohnklima, weil schlicht mehr Luft vorhanden ist.
Eine weitere Möglichkeit mit mehrfachem Nutzen ist das Flachdach, das als Dachgarten, begrüntes Dach oder sogar als Standort für das Gewächshaus oder den Wintergarten mit Panoramablick zu nutzen ist. Dabei wird dem Dach durch den Zusatznutzen automatisch zu einer effektiven Isolierung verholfen. Zugleich verhindern diese Art Biotope auf dem Hausdach effektiv die Bildung von Schimmel oder Schwamm.
Großes Thema: klimaneutral und umweltschonend bauen
Eines der am meisten diskutierten Themen beim Hausbau ist die Klimaneutralität. Inzwischen werben einige Hersteller beispielsweise mit klimaneutralem Beton. Genau hier ist Vorsicht geboten, denn zumeist ist der Beton nicht immer neutral, es wird für die entstandenen Emissionen lediglich ein Ausgleich geschaffen. Einige Anbieter kaufen CO2-Depots bei der Renaturierung von Mooren an, um so ihre CO2-Last zu mindern. Andere speichern das Treibhausgas in großen Mengen in einigen Kilometern Tiefe im Innern der Erde, um ihre CO2-Bilanz auszugleichen. Bei diesen Methoden wird nach wie vor die gleiche Menge Treibhausgas produziert, und dieses wird irgendwo an anderer Stelle gebunden oder neutralisiert.
Aber es gibt in der Tat klimaneutralen Beton, beispielsweise in der Schweiz. Dort wird von einem Anbieter dem Beton Pflanzenkohle beigemischt. Diese in einem speziellen Verfahren hergestellte Pflanzenkohle besitzt einzigartige Eigenschaften. Das poröse Material weist hauchdünne Schichten auf, so dass auch im Inneren Oberflächen entstehen, welche insgesamt rund 400 Quadratmeter messen – bei nur einem Gramm Pflanzenkohle.
Dank eben dieser riesigen Oberfläche kann die Pflanzenkohle gigantische Mengen Kohlendioxid aufnehmen und dauerhaft binden. Das Material wird dem Beton beigemischt, was sich nicht nachteilig auf die Haltbarkeit oder Belastungsfähigkeit auswirkt. Dafür weist dieser Beton bessere Isolationswerte auf, sowohl bei der Wärmedämmung als auch bei der Schallisolierung. Und die bei der Herstellung von Zement, Bewehrungsstahl und dem Beton selbst entstandenen Emissionen werden quasi einbetoniert. Durchschnittlich werden für den Bau eines Einfamilienhauses circa 120 Kubikmeter Beton benötigt. Darin lassen sich mit diesem Verfahren mehr als 24 Tonnen CO2 dauerhaft binden. Dies entspricht in etwa der Menge an Emissionen, die ein durchschnittlicher Pkw in 10 Jahren produziert.
Beim klimaneutralen bauen Transportwege beachten
Wer möglichst klimaneutral bauen möchte, der muss beim Materialeinkauf die Transportwege beachten. Dies trifft inzwischen vor allem auf Holz zu. Grund dafür ist die extrem hohe Nachfrage bei diesem nachwachsenden Rohstoff. Dies wird an den Preisen ersichtlich. OSB-Platten kosten beispielsweise je Quadratmeter gegenwärtig mehr als das Doppelte, verglichen mit den Preisen von 2019. In wirtschaftlich genutzten Forsten findet sich nicht einmal mehr Sammel- oder Bruchholz, weil dies bereits zu Spanplatten oder OSB verarbeitet wurde. In der Folge werden als Rohstoffe vermehrt Hölzer verwendet, die aus Skandinavien oder Russland und sogar aus Marokko importiert werden. So klimafreundlich der Bau mit Holz auch ist, bei derart langen Transportwegen kann von CO2-Neutralität nicht mehr die Rede sein.
Gezielt und mit Überlegung Baumaterial einkaufen
Wer ausschließlich maximal billig bauen will, der wird während der Bauphase zum Schnäppchenjäger. Wer zudem ein besonders energiesparendes Haus errichten will, der muss sich mit den Eigenschaften der modernsten und der traditionellen Baumaterialien auseinandersetzen. Wer obendrein gesundheitsfördernd wohnen will, der ist gut beraten, schafft er Ausgleiche für die Feuchtigkeit durch eine optimale Luftzirkulation und atmungsaktive Baumaterialien. Wer obendrein die Umwelt schonen und so weit wie möglich klimaneutral bauen will, der kommt um eine extrem gute Vorbereitung und das intensive Studium der Baustoffe und deren Eigenschaften nicht herum.