Die Arbeiten an einem Haus reichen vom Tapezieren und den Malerarbeiten bis zur Erneuerung von Wasserleitungen oder der Installation einer modernen Klingelanlage. Welche Aufgaben Mieter und Hauseigentümer selbst übernehmen können und welche sie besser Profis überlassen, erklärt dieser Beitrag.
Der Unterschied zwischen Renovierung, Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung
Das sind vier Begriffe, die nahezu identische Maßnahmen beschreiben und trotzdem ganz anders sind:
- Eine Renovierung umfasst alle Maßnahmen, die zur Instandsetzung von Wohnungen oder Bauwerken notwendig sind. Dazu gehören Malerarbeiten, Tapezieren, Fliesen neu verfugen und das Verlegen eines neuen Teppichbodens.
- Eine Sanierung beschreibt die Wiederherstellung der Eigenschaften oder Funktionen in einem Gebäude. Ist eine Wand von Schwamm befallen, dann wird sie entfernt und durch eine neue ersetzt. Wird ein altes, marodes Dach neu eingedeckt, dann handelt es sich um eine Sanierung.
- Eine Modernisierung ist der Austausch eines eventuell voll funktionstüchtigen Elements eines Bauwerks, um es durch ein neues zu ersetzen, das weitere Funktionen oder Eigenschaften mit sich bringt. Ein klassisches Beispiel ist eine einfache Klingelanlage, die gegen ein Modell mit Video und Gegensprechanlage ausgetauscht wird. Auch ist es eine Modernisierung, wenn eine 30 Jahre alte Heizung durch ein neues Modell mit höherer Effizienz ersetzt wird.
- Die Instandhaltung ist der Oberbegriff für alle wiederkehrenden Maßnahmen, die notwendig sind, um die Funktionalität eines Gebäudes beizubehalten. Dazu kann die Wartung der Heizung ebenso gehören wie der neue Schutzanstrich bei einem Holzhaus.

Für Mieter ist es wichtig zu wissen, dass Vermieter die Kosten für eine Modernisierung auf die Miete umlegen können. Instandhaltungskosten sind dagegen generell vom Vermieter allein zu tragen.
Was können Eigenheimbesitzer selbst machen und was besser nicht?
Manchmal ist es im Nachhinein deutlich günstiger, einen Handwerker zu beauftragen, selbst wenn dieser erheblich teurer ist und der Heimwerker eigentlich in der Lage ist, die Arbeit selbst auszuführen. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Gesundheitsschutz: Wer in seinem Haus auf Schimmelpilze, Schwamm oder Asbest trifft, der sollte unbedingt einen Fachbetrieb mit der Beseitigung beauftragen. Denn bei der Sanierung wird ein professioneller Atemschutz benötigt. Zudem ist der Abbruch fachgerecht zu deklarieren und umweltgerecht zu entsorgen. Darüber hinaus werden oftmals Spezialgeräte benötigt – insbesondere dann, wenn ganze Wände entfernt werden müssen.
- Spezialgeräte: Viele größere Handwerksmaschinen können in Baumärkten oder bei Handwerksbetrieben gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. Aber dort sind nicht alle Geräte verfügbar. Wer beispielsweise ein Problem mit Abwasser hat, der kann per Hand auf gut Glück versuchen, den Abwasserkanal frei zu bekommen. Deutlich professioneller ist es, eine Firma zu beauftragen, die mit einer Kamera genau nachsehen kann, wo das Problem liegt.

- Gewährleistung: Bei einigen Arbeiten sind Hausbesitzer nur dann auf der sicheren Seite, wenn die Gewährleistung gegeben ist und die Versicherungsbedingungen erfüllt werden. Genau deshalb sollten Freizeithandwerker das Erneuern einer elektrischen Anlage, das Verlegen von Gas- oder Wasserleitungen und die Installation von Alarmanlagen Fachbetrieben überlassen. Werden solche Arbeiten selbst durchgeführt, und es kommt zu einer Gasexplosion oder einem Wasserrohrbruch, dann kann die Hausversicherung im Zweifelsfall die Leistung verweigern. Gleiches gilt, wenn Einbrecher ungehindert und von der Alarmanlage unbemerkt ins Haus eindringen.
Diese Arbeiten können mit etwas Geschick selbst durchgeführt werden:
- Fliesen neu verfugen
- Loch in einer Trockenbauwand schließen
- Regale montieren
- Zimmer streichen oder tapezieren
- Wassernachlauf im Spülkasten reparieren
- Wasserhahn ersetzen
- Dachrinnen reinigen
- neue Türklingel mit Video installieren

Tricks beim Renovieren
- Dübellöcher lassen sich mit Watte füllen und dann einfach überstreichen, wenn keine Spachtelmasse verfügbar ist.
- Wer Spannungsrisse oder Risse als Alterungserscheinung entfernen will, sollte dazu eine Fugenmasse aus Acryl verwenden. Das Material lässt sich überstreichen und einfach verarbeiten.
- Tiefe Risse werden mit Hammer und Meißel freigelegt. Erst sollte das Mauerwerk gut befeuchtet und dann die Spachtelmasse eingefüllt werden.
- Gipsmasse ohne Klumpen anzurühren, funktioniert einfach, wenn der Gips in das Wasser gegeben wird und nicht umgekehrt.
- Kabel unter Putz zu verlegen, ist deutlich einfacher, wenn im Baumarkt ein Mauernutfräser mit Staubsaugeranschluss gemietet wird.
- Spannungsrisse lassen sich einfacher überbrücken, wenn ein selbstklebendes Rissband aus Gewebe eingesetzt wird.
- Wandputz ohne Wellen lässt sich mit lot- und fluchtgerecht montierten Putzleisten aus Metall herstellen.
- Leitungen der Strom- oder Wasserversorgung lassen sich mit einem Leitungssucher erkennen.

- Die Wahl der Farbrolle beeinflusst entscheidend das Ergebnis beim Anstreichen. Eine Farbrolle mit langem Flor nimmt gut dünnflüssige Farben auf und ist deshalb für Rauputz und andere grobporige Wände gut geeignet. Ist die Rolle mit einem mittellangen Flor beschichtet, dann ist sie ideal für glatte Wände. Haarlose Rollen oder solche mit ganz kurzem Flor werden verwendet, um viskose Farben zu verarbeiten.
- Den Untergrund vor dem Tapezieren oder Anstreichen zu prüfen, ist einfach. Ist es möglich, die alte Wandfarbe mit einem Schwamm oder mit der Hand abzureiben, dann ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Wandfarbe weder eine Tapete noch einen neuen Anstrich tragen kann.
- Soll am Folgetag weiter gestrichen werden, ist es sinnvoll, die Farbrollen in einer Plastiktüte luftdicht zu verpacken. So können die Farbrollen nicht austrocknen, müssen aber nicht ausgewaschen werden, sondern sind am nächsten Tag gleich einsatzbereit.
Innovativ renovieren
Renovieren kann auch bedeuten, das Zuhause zu modernisieren oder gemütlicher zu gestalten. Dies sind Ideen, die sich beim Renovieren leicht umsetzen lassen:
- Wird in einem Haus die elektrische Anlage erneuert, dann sollten zumindest im Wohnzimmer und eventuell in der Wohnküche die Lichtschalter und Steckdosen gegen solche in einem modernen Design ausgetauscht werden. Es gibt inzwischen sehr auffällige Lichtschalter, die derart ansprechend aussehen, dass sie das Wohnambiente angenehmer gestalten können.
- Außerdem sollte geprüft werden, welche Stromkreise für die Beleuchtung durch Niedervolt-Leitungen ersetzt werden können. Damit lassen sich besonders energieeffiziente LED-Lichtanlagen mit zwölf oder 24 Volt betreiben.
- Muss ein Hausdach neu gedeckt werden, dann ist es eine Überlegung wert, den Dachboden auszubauen, eine neue Isolierung einzuziehen oder mit einer Dachgaube den Wohnraum attraktiver zu gestalten.
- Wer in Gebieten wohnt, in denen durch die Klimaveränderung häufiger Überschwemmungen oder Starkregen auftreten, der sollte beim Renovieren des Kellers über den Einbau von flutsicheren Fenstern oder Lichtschächten nachdenken.
- Ist ein angenehmes Raumklima gefragt, dann kann eine Lehmfarbe die Lösung sein. Diese aus Ton und Sand hergestellte Wandfarbe kann bis zu einem gewissen Maße die Luftfeuchtigkeit im Raum regulieren und ist in der Lage, Schadstoffe aus der Luft dauerhaft zu binden.