Zum Inhalt springen Zum Navigationsmenü springen
26. Juli 2025  (aktualisiert am 29. Juli 2025)

Die atmende Wand

von  Knauf Insulation | 3 Min. Lesezeit | #Atmung  #Wand  #Raumklima  #Schimmel  #Feuchte 

Das Märchen der atmenden Wände ist fast 200 Jahre alt. Seine Ursprünge gehen auf eine Theorie des Chemikers und Hygienikers Max Josef von Pettenkofer (1818–1901) zurück, der davon ausging, dass durchlässige Baustoffe den Luftwechsel im Gebäude sicherstellen. Seine Ideen wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts widerlegt. Der Mythos hält sich jedoch bis heute hartnäckig in der Baubranche.

Unbegründete Skepsis

Man hört es immer wieder, wenn Laien und sogar Profis über die aus ihrer Sicht optimale Gebäudehülle diskutieren: „Zu dicht darf die Wand nicht sein, sonst kann sie nicht mehr atmen“ oder „Wände müssen atmen, damit das Raumklima gesund ist und kein Schimmel entsteht“. Das Haus mit zugeschnürter Kehle und Bewohnern, die vor schimmligen Wänden nach Luft schnappen? Bei solchen Bildern wundert es nicht, dass die Skepsis vor der möglichst luftdichten Bauweise und dicken Dämmschichten nach wie vor groß ist.

Der Luftwechsel und das Raumklima

Grundsätzlich stimmt es, dass ein gesundes Raumklima in jedem Fall gewährleistet sein muss. Hierfür ist neben wohngesunden Baustoffen vor allem ein ausreichender Luftwechsel wichtig. Um ein gesundes Innenraumklima und das Wohlbefinden der Bewohner sicherzustellen, ist ein Mindestluftwechsel des 0,5- bis 0,7-Fachen des Raumvolumens erforderlich. So werden Feuchtigkeit und Schadstoffe aus der Raumluft abtransportiert und Feuchteschäden sowie das Risiko von Schimmelpilzbildung reduziert. Die Frage ist nun, ob eine „atmende Wand“ diesen Luftwechsel sicherstellen kann.

Wände atmen nicht

Mann schneidert Baumaterial zu.
Schon 1928 – vor fast 100 Jahren – belegte Physiker Erwin Raisch in seiner Arbeit "Die Luftdurchlässigkeit von Baustoffen und Baukonstruktionsteilen", dass „atmende“, also nach heutigen Standards schlecht ausgeführte Wände, einen hygienischen Luftwechsel nicht sicherstellen können. Sie verhindern auch keinen Schimmel. Atmende Wände im Sinne einer undichten Außenhaut sind vor allem für eines verantwortlich: hohen Energieverlust.
Früher, als sich Menschen dichtere Wände, Dächer und Fenster gewünscht haben, damit die mühsam erzeugte Heizwärme nicht hinausgeweht wird, war es leichter zu erkennen, welch negativen Einfluss unkontrollierter Luftwechsel hat.

Heute findet dieser chaotische Luftwechsel versteckter, unauffälliger und weniger gravierend statt, weshalb ihm vermutlich weniger Bedeutung beigemessen wird. Zuggefühl, ein unangenehmes Raumklima, ausgekühlte Wandflächen und Kaltluft über dem Fußboden sind häufig Indizien dafür, dass die Heizwärme nicht im Wohnraum bleibt, wo sie hingehört. In diesen Fällen besteht Optimierungsbedarf.

Gesunder Luftwechsel

Um solche Wärmeverluste und Komforteinbußen zu vermeiden, „atmen“ moderne Gebäudehüllen nicht. Sie sind stattdessen luftdicht, wodurch Heizenergieverluste minimiert werden. Luftdicht heißt dabei, ein Bauteil ist so dicht wie eine gemauerte und sorgfältig verputzte Wand. Dazu gehört: Fenster schließen lückenlos und Leichtbaukonstruktionen, wie Dächer, sind mit Luftdichtheitsschichten – bestehend aus Dampfbremsen, Spezialklebebändern und Dichtklebern – ausgestattet. Der Luftwechsel wird durch richtiges und ausreichendes Lüften (Stichwort Stoßlüften) oder durch Lüftungsanlagen sichergestellt. Auf diese Weise findet der Luftwechsel effizient statt, ohne dass der Vorgarten mitgeheizt wird.

Dicht und dennoch offen

Luftdicht heißt jedoch ausdrücklich nicht „hermetisch versiegelt“. Die heute gängige und zu bevorzugende Bauweise ist luftdicht und gleichzeitig diffusionsoffen. Zugluft sowie unkontrollierter Luftwechsel werden verhindert und der Heizenergieverlust klein gehalten. Feuchtigkeit, die in der Raumluft vorhanden ist, kann jedoch in einem gewissen Maße von innen nach außen durch die Gebäudehülle wandern – zwar langsam, aber dafür kontinuierlich und sehr effektiv, bis sie an der Außenseite angekommen ist.

Wichtig ist dabei, dass Wasserdampf nicht auf seinem Weg nach draußen zu Tauwasser wird. Seriöse Bauteilberechnungen stellen sicher, dass die Konstruktionen sicher sind, kein Tauwasser ausfällt und Bauteile nicht schleichend durchfeuchtet werden. Kräftig „atmen“ müssen dabei aber weder Baustoffe noch Wände.

Logo von knauf Insulation

Knauf Insulation

Knauf Insulation ist der Dämmstoffspezialist der Knauf Unternehmensgruppe. Wir bieten Lösungen, die in Gebäuden Energie sparen, die Sicherheit verbessern und den Wohnkomfort erhöhen. Bei deren Herstellung setzen wir auf Rohstoffe, die in der Natur schnell nachwachsen oder recycelt wurden – zum Beispiel Gestein, Recyclingglas und zertifiziertes Holz. Daraus entstehen in hochmodernen Produktionsanlagen unsere Mineralwolle-Dämmstoffe und Heraklith® Holzwolle-Produkte.

Benötigte Artikel (4)

Das könnte Sie auch interessieren

12. September 2026
von bauwelt | 2 Min. Lesezeit

Entdecke den neuen Raumideen-Katalog 2026: voller Ideen für stilvolle Raumgestaltung mit hochwertigen Wand- und Bodenfliesen, Parkett-, Laminat- und Vinylböden, Fenster, Türen & Tore sowie passende Produkte für Sanierung, Trocken- und Innenausbau. Lass Dich inspirieren und finde Produkte, die zu Deinem Wohnstil passen.

3. September 2026
von James Hardie | 2 Min. Lesezeit

Bei Sanierungen, Modernisierungen oder im Neubau gibt es darauf selten nur eine Antwort. Ein Bodenaufbau muss zu den Anforderungen des Projekts passen. Aufbauhöhe, Nutzung, Untergrund, Schallschutz oder Fußbodenheizung entscheiden darüber, welche Lösung sinnvoll ist.

1. September 2026
von bauwelt | 2 Min. Lesezeit

Bis zu 14 Tage Zeitersparnis bei WDVS-Projekten: Entdecke Knauf WARM-WAND Sprint für schnellere Bauabläufe, mehr Planungssicherheit und eine fertige Fassade in nur vier Arbeitstagen.

Leider konnten keine Produkte gefunden werden
Das gewünschte Variantenprodukt befindet sich bereits in der Liste. Die zuvor gewählte Variante wurde aus der Liste entfernt.
Geben Sie hier Ihren Suchbegriff bzw. die Artikelnummer ein und wählen Sie die richtige Position aus der Vorschlagsliste aus. Nun können Sie die gewünschte Anzahl zum Warenkorb hinzufügen.
Tragen Sie hier bitte Ihre Bestellung ein